Sailing in Croatia

Ankunft an der Charterbasis

Unser Charterpartner ist die Firma Sunsail in Pula Veruda. Die Anmeldung erfolgt freundlich und unkompliziert in englischer Sprache. Nachdem die Formalitäten und die Vertragsdinge abgeschlossen sind geht es zum Boot mit dem Bootsmann. Unsere Yacht ist eine Oceanis 423. Die Crew im Schlepptau an Board.
Zu viele Leute an Board, das verwirrt den Bootsmann sichtlich. Mit einem Augenzwinkern wird erst mal gesagt Taschen ausladen (Skipper bleibt hier an Board). Schiffsübergabe wird zwischen Bootsmann und Skipper gemacht. Nicht mit der Crew.

Alles wird erklärt und ist in gutem Zustand, hier sogar in deutscher Sprache. Besonders hervorzuheben ist, der Bootsmann gibt noch Tips für den Törn. Diesen Tips folgen wir im laufe der Woche. Das war dann eine gute Entscheidung.

Nachdem nun alles übergeben wurde gibt es die Einweisung für die Crew. Einkaufen wird organisiert und ab jetzt kann es mit dem eigentlichem Urlaub beginnen.

Tag1: Abfahrt von Pula nach Unije

Los gehts! Alles klar Schiff machen und raus aus der Box, raus aus der Marina mit dem Ziel die erste große Etappe zu nehmen. Unser Ziel ist die Insel Unije. Ein kleiner Ort mit ca. 200 Häusern von denen ca. 80 nur bewohnt sind. Wir legen an im Hafen an der Mole. Das Esssen wird gerade zubereitet, die halbe Crew ist an Land, einer fährt mit dem Dinghy umher und eine Frau von der Insel macht uns klar wir müssen von der Mole weg, der Katamarn mit den Gästen kommt. Der Cat ist allerdings ein wenig größer und braucht wirklich den gesamten Platz an der Mole. OK, auf gehts mit zwei Leuten der eingesammelten Crew, Leinen los und auf Standby in der Ankerzone. Der Cat kommt, eindrucksvoll. Leute steigen ein, aus und er fährt wieder. Wir nehmen wieder an der Mole Platz und alle geht da weiter wo wir angefangen haben.

Diese Tour nach Unije ist etwas riskant wenn Bora kommt. In der relativ ungeschützen Überfahrt kann einiges passieren und zwischen den Inseln entsteht eine Düsenwirkung die unterschätzt werden kann. Wir hatten Glück. Das Wetter ist uns gut gesonnen. Wenig Wind, wir müssen den Motor nehmen.

Wir laufen über die Insel und besichtigen auch die andere Seite, dort befinden sich Buchten an denen u.a. an Murings festgemacht werden kann. Was wir heute noch nicht wissen, das werden wir nochmal machen.

Kommenden Morgen heisst es früh aufstehen, der Katamaran kommt wieder um 07:30 Uhr, da müssen wir ihm Platz machen.

Tag 2: Von Unijde nach Mali Losinj

Von Unije aus geht es nach Tomozina. Der Weg dorthin führt uns durch ein Delfinschutzgebiet. Einige dieser Tiere begleiten uns und wir können viele Fotos machen. Das "Spektakel" ist faszinieren. Tomozina ist eine Bucht wo wir vor Anker liegen und das erste mal das Wasser testen. Im Mai ist es also noch ein wenig frisch aber da kann man sich dran gewöhnen, so ca. 20 Grad.
Weiter geht es jetzt nach Mali Losinj. Hier ist ein alter Stadthafen auf der Insel Losinj unser Ziel. Dieser Hafen ist sehr gut geschützt und liegt an einer langen Einfahrt. Die Hafenanlage und die sanitären Anlagen im Yachthafen ist erneuert worden und und in absolut tollem Zustand. Kostet aber auch seinen Preis. Er bietet eine herausragende Perspektive auf die alte Stadt in der wir dann auch noch Essen gehen und einen Rundgang durch die Stadt machen. Wenn die Möglichkeit besteht, sollte man hier einige Tage bleiben. 

Tag 3: Von Mali Losinj nach Susak

Susak ist eine Insel, welche auf einem Felsplateau aufbaut und bis zu knapp 100 Meter hoch ist. Auf der Insel gibt es eine Oberstadt und eine Unterstadt, einen Sandstrand (gerade das ist selten hier).

Die Oberstadt ist älter und römischen Ursprungs. Die Unterstadt ist für den Empfang der Besucher bestens ausgestattet. Der Hafen ist in der Literatur noch nicht so beschrieben, wie er heute bereits ausgebaut ist. Der Hafenmeister spricht deutsch, ist sehr zu vor kommend und freundlich. Der Preis ist günstiger als in der ACI Marina, bietet allerdings keine Sanitäranlagen und Trinkwasser kommt aus Sesternen.

Unser Anlegemanöver ist eigentlich eher ein "Unfall". Wir wollten nur mal schauen wie wir weiter fahren. Der Wind an diesem Tag ist sehr frisch. Der Tiefenmesser zeigte wenige cm Wasser unterm Kiel aber der Hafenmeister versicherte es passt.

Wir entscheiden uns hier zu bleiben, obwohl wir ursprünglich nach Ilovic wollten und auf Susak nur mal den Strand ansehen wollten.

Unbedingt zu besuchen ist das Restaurant "Barbara" in der Oberstadt. Gute Küche zu fairem Preis. Wieder im Hafen angekommen verbringen wir einen flüssigen geschwätzigen Abend mit unseren Schiffsnachbarn aus Österreich. Das hat noch Nachwirkungen bis zum nächsten morgen. Besonders lecker war der Rotweinlikör, solltet Ihr das hier lesen auf diesem Weg nochmal ein herzliches Dankeschön. Es war super! 

Tag 4: Von Susak nach Unije (Bucht U Maracól)

In der Nacht frischt der Wind weiter auf, puhh jetzt wirds mal ernst. Wir liegen nicht gerade passend um als erstes aus dem Hafen zu fahren und die Entscheidung ist klar - abwarten. Gegen Mittag ist der Hafen leer, alle Yachten sind weg und wir können es wagen ohne etwas kaputt zu fahren. Unsere Oceanis ist nicht gerade geschmeidig was die Wendigkeit angeht, eher ein wenig träge und hat auch kein Bugstrahlruder. Hier ist also können gefragt und nicht Technik. Geschafft, nach ein wenig hin und her sind wir heile aus dem Hafen raus und steuern die "Blaue Grotte" vor Cres an. Aufgrund der Windverhältnisse wird das leider nix und wir kürzen den Törn ab, landen wieder auf Unije. Jetzt liegen wir in der Bucht, welche wir vom Land bereits besichtigt hatten.

Auf der Karte sind einige Murings an Bojen verzeichnet. Praktisch sind die nicht da. Wir machen in der Bucht an einer fest (die dann doch da liegt) nachdem wir erst einmal vor Anker gelegen haben. Da sind zwei Personen in einem Boot doch mit etwas beschäftigt....ein Taucher und einer in einem Boot. Aha, jetzt legen die die Festmacher aus. Klasse, wir sind also etwas zu früh. Der Vorteil, es kostet nix an Gebühren in dieser Nacht, welche ruhig verläuft und Windgeschützt.

Der Nachmittag / Abend verläuft mit Baden, Kartenspielen und Dinghy fahren, Spagetti essen und einfach nur genießen. Unsere erste Nacht vor Anker in einer Bucht.

Tag 5: Von Unije (Bucht U Maracól) nach Pula Veruda

Der Wind steht ziemlich ungünstig für weitere Aktionen in diesem Gebiet. Jetzt noch einen Hafen auf Cres anlaufen würde das Risiko beinhalten nicht mehr rechtzeitig in Pula zu sein. Also fahren wir um Unije herum und halten Kurs Pula, leider mit Motor.

Auf dem Weg sehen wir wieder Delfine und etwas was ein Delfin sein könnte oder ein Wal oder doch ein Hai. War ein wenig weit weg. Die Überfahr erfolgt stressfrei gegen den Wind. Wir halten noch in einer Bucht vor Pula Veruda und wollten eigentlich etwas baden gehen, was hier allerdings das erste mal nicht zu empfehlen war. In dieser Bucht war eine Hotelanlage, fast fertig, nicht bewohnt und das Wasser sah nicht so sauber aus. Also nur einen Kaffee, Tee, Kekse und dann weiter nach Pula.

Wir parken unser "Wohnmobil" und erkunden noch ein wenig die Gegend rund um den Hafen. Unter anderem den Strand. Abends gab es dann noch etwas zu feiern und so nutzten wir die Gastronomie im Hafen aus.

Crusing around Pula

An unserem letzten Tag ist der Wind optimal zum segeln. Das nutzen wir um nochmal vor Pula mit voller Segelfläche Geschwindigkeitsrekorde zu brechen. Topspeed 6.4kn.

Ein Optimistenschwarm machte sich mit Begleitschutz klar zur Wettfahrt. Ein tolles Bild. Wir kreuzen in Richtung Süden zu einer Bucht um dort etwas zu relaxen und zu schwimmen. Gegen Nachmittag geht es auf zur letzten Tour, bedeutet letztes Mal Anker lichten und auf zur Tankstelle. Hier gibt es das übliche Gedrängel was nochmal die Fahrtechnik oder besser die Technik die Platzierung in der Reihe zu halten fordert. Danach gehts zum finalen anlegen und Schiff zurück melden.

Am Steg 15 werden wir von einem Bootsmann von Sunsail empfangen der uns beim Anlegen hilft. Alles klappt gut. Das Schiff wird bereits am Vorabend übergeben, übrigens völlig unformell und problemlos, nett. Das ist praktisch, denn wir können das Schiff ausräumen, Schlüssel stecken lassen und am nächsten morgen einfach den Weg nach Hause antreten.

Am Abend sollte man Pula nochmal gesehen haben. Das Amfitheater, die Altstadt, genial. Pula ist mit Sicherheit nochmal eine Reise wert.