Segeln-Ostsee

Impressionen

 

Segeltörn Ostsee 2016 "Westliche Ostsee"

Unsere Ziele, Start war in Kiel

Unser diesjähriger Männertörn hat uns in die westliche Ostsee verschlagen. Eigentlich wollten wir ja in die Adria - eigentlich. Das es dann in der Ostsee gar nicht so anders war hat niemand von uns erwartet.

Am Samstag trafen wir uns in aller Ruhe Nachmittags in Kiel und haben gegen 16 Uhr die Yacht, eine Benetau 50.5, übernommen. Die Übergabe war gut und da wir schon einiges an Erfahrung mitbrachten war auch die Einweisung in die speziellen Themen die man wissen muss schnell erledigt. Nach dem Boarding ging es dann zum Shopping in den Sky Markt und in die "Alte Mühle" (An dieser Stelle vielen Dank an Matthias Milau für den Tip). Bei guter Laune und leckerem Essen ging die heitere Runde dann auf dem Schiff weiter.

Unser urspünglicher Gedanke "rund Fünen" löste sich den Abend dann in Luft auf und wir einigten uns auf "rund Aerö". Streckenmäßig ist auch das schon genug und so mussten jeden Tag > 35 Seemeilen gemacht werden um das Etappenziel zu erreichen.

Etappe 1: Kiel Schwentine -> Ziel Damp

Gegen 09.30 Uhr ging es los, Leinen los, raus auf die Kieler Förde und dann Richtung Damp. Bei 2-3 Bft und später aufgelockerter Bewölkung kamen wir gegen 14.30 Uhr und 17 Seemeilen später in Damp an. Es ist schon herausfordernder mit einer 50 Fuß Yacht in einen Hafen zu fahren. Die verfügbaren Liegeplätze sind spürbar weniger und unser Test im Schwentiner Hafen, wei sich die Yacht bei Manövern verhält, hat sich jetzt ausgezahlt. Unfallfrei machen wir fest und geniessen den Abend. Dies ist übrigens der einzigste Tag an dem es abends regnete.

Etappe 2: Damp -> Flensburg Stadthafen

Gegen 09.45 Uhr geht es von Damp weiter Richtung Flensburg. Wir entscheiden uns für den Stadthafen in Flensburg. Um keine bösen Überraschungen zu erleben nehmen wir per Mail mit den Hafenmeistern Kontakt auf und bekommen einen Liegeplatz zugesichert. Im nachhinein zeigt sich das als eine gute Maßnahme, denn in Sonderburg hätten wir keinen Platz bekommen. Aus diesem Grund wird das jetzt immer so gemacht. gegen 14.35 Uhr erreichen wir die Halbinsel Holnis und sind quer ab zum Leuchtturm. Der Wind ist so gering das wir auf den Motor nutzen. Im Stadthafen bekommen wir einen guten Liegeplatz direkt am Geschehen und gehen abends noch etwas Essen. Danach folgt der abendliche Klön an Board bei Gerald seinem Windlicht.

Etappe 3: Flensburg Stadthafen -> SØby auf AerØ

10.00 Uhr ist Abfahrt. Entlang der Flensburger Förde segeln wir und genießen den Geleitschutz der Bundesmarine. Diese ist auf Segelychaten unterwegs und biegt später mit Kurs Sonderburg ab, wir fahren noch etwas weiter Richtung Aero. Am Leuctturm Kalkgrund ist der Wind ausgegangen und wir müssen mit Motor weiter fahren. Gegen 18.00 Uhr sind wir in Söby. Längsseit festmachen und heute abend wird es Nudeln mit Gorgonzola Sauce geben. Andreas macht den Koch und ich sage nur lecker lecker. Da uns der Sommer erhalten bleibt kommt das Windlicht zum Einsatz und wir genießen den Abend im Cockpit.

Etappe 4: SØby auf AerØ -> Marstal auf AerØ

Um nach Marstal zu kommen gibt es zwei Wege, oben oder unten herum. Der Weg oben ist etwas besonders, hier sind sehr viele Untiefen und man muß sich teilweise strickt an das Fahrwasser halten. Wir wollen los und eine Vorbereitung würde noch eine Weile dauern daher gibt es hier mal eine Skipper Entscheidung, safety first - wir fahren unten herum. Das Wetter ist etwas diesig und bewölkt, ändert sich aber im Verlauf des Tages wieder. Gegen Mittag kommt der Hunger durch und dan es keinen McSail hier gibt müssen wir wohl oder Übel selber dran. Jetzt ist es Zeit um die Torpedos zu laden. (Torpedos sind Gulaschsuppe in Plastikschläuchen. Es ist Tradition das Gerald diese in ausreichender Menge in der Waffenkammer hat). Bei der Gelegenheit machen wir ein Mittagsmannöver, Beiligen/ Beidrehen. Jetzt geht es auch mit dem Essen in Ruhe. Gegen 16.50 Uhr machen wir in Marstal fest. Gut das wir recht früh hier waren. Der Hafen hat schon etwas mit Gezeiten und unterschiedlichen Wasserständen zu tun und wir bekommen einen guten Platz, wie immer längsseits. Einkaufen müssen wir nix aber es essen gehen ist angesagt. Natürlich in den Irish Pub. Danach noch einen Spaziergang und hier gibt es nicht nur im Hafen einiges zu sehen.

Etappe 5: Marstal auf AerØ -> Laboe

09.00 Uhr Abfahrt Richtung Laboe. Die Überfahrt ist eigentlich eine langwierige Sache aber der Wind stand gut und so rasten wir förmlich dem Ziel entgegen. Ein paar Korrekturen am Kurs ansonsten hatte der Autopilot alles im Griff. Auch in Kiel hatten wir das OK des Hafenmeisters eingeholt, allerdings sogte die Situation allgemein doch etwas für Verwirrung da wir am Steg für Fahrgastschiffe festmachen sollten und es etwas dauerte bis sich das für uns auch alles "als in Ordnung" darstellte. In Laboe hatten wir schon etwas mehr Trubel, da liefen einige Leute am Steg lang und auch im Ort war dann einiges los. Abends ging es dann zum Tapas essen. Das Essen war gut, die Logistik in dem restaurant verbesserungswürdig. Da ist noch deutlich Potenzial nach oben. Unser Versuch zu reservieren schlug fehl, weil die das einfach nicht machen. So saßen wir dann leider drinnen und nicht draußen, was einige Grad wärmer war. Hier war jetzt Körperbeherrschung gefragt. Das Essen war wie erwartet gut und so konnten wir auch eine entsprechende Bewertung bei Tripadvisor abgeben. Auf dem Rückweg gab es noch ein Klatgetränk im Oceans Eleven und dann den üblichen Schnack an Board.

Etappe 6: Laboe -> Schwentine Hafen

Unser letzter Tag sollte nochmal relaxed für alle werden. Segeln in der Förde, Tanken und Ankern war auf dem Programm. Wir fahren aus Laboe heraus und segeln was das Zeug hält. Gegen Mittag sind wir auf Höhe Strande und steuern den Hafen an. Dort tanken wir und danach gehet es raus zum Ankern. Etwas oberhalb von Strande gibt es eine Regattatonne die bei einer Tiefe von 3 Metern liegt. Das Gebiet scheint gut zu sein und so sprechen wir das mit dem ankern nochmal durch und praktizieren es dann. Geht wie geplant (Übrigens, Georg mag es wenn ein Plan funktioniert). Zum Mittag wird einfach der Kühlschrank geplündert, was jetzt weg ist muss nicht mehr von Board getragen werden. Auf einmal piepst es und alle Geräte haben den GPS Kontakt verloren. Ups, da ist das GPS ausgefallen. Nach einem Check muss es wohl hier an Board ein Fehler sein, denn Mobiltelefone gehen noch. Also liegt das Problem nicht bei den Amerikanaern. Jetzt kommt auch noch ein historischer Moment, drei Personen der Crew verlassen das Boot an Heck und steigen todesmutig ins Wasser - Baden in der Ostsee geht also auch. Ist also gar nicht notwendig in die Adria zu fahren ;-) Zeit um zurück zu fahren. Mit einer großen Runde durch die Förde steuern wir unserem Stützpunkt an, kommen an der Regierung, am Dock8 wo das größte Segelschiff der Welt im Dock liegt vorbei, am Marinehafen und dann zum Ambientenhafen in der Schwentinemündung. Längsseits festmachen, aufräumen, sauber machen, Flaschen weg bringen, ..... und zum Essen in die "Alte Mühle". Hier wo alles begann nimmt es dann auch sein Ende.

Am nächsten Morgen läuft alles nach Plan, Schiff leer räumen und der Taucher taucht das Schiff ab (ohne Befund), Rückgabe der Segelyacht und Kaution, Rückfahrt, Schuhe kaufen im Designer Outlet Soltau, ankommen zu Hause. Zu Ende ist eine tolle Woche mit einer prima Crew und klasse Schiff.